Versicherung ist für Unternehmer wichtig, aber nicht dringend – und wird deshalb oft geschoben. Erfahre die 7 häufigsten Gründe und konkrete Lösungen, um das Thema Versicherung endlich anzupacken.
Versicherung – wichtig, richtig, nötig … aber später.
Versicherung ist eines dieser Themen, das so gut wie jeder Unternehmer in die Kategorie „Wichtig, aber nicht dringend“ einsortiert. Und damit landet es automatisch auf dem mentalen Stapel namens: Mache ich, wenn ich mal Zeit habe. Spoiler: Dieser Zeitpunkt kommt nie.
Wir wissen: Als Unternehmer*in musst du 837 Dinge gleichzeitig im Blick haben. Kunden, Team, Umsatz, Prozesse, Marketing, Finanzen – und irgendwo zwischen „Ich muss noch schnell…“ und „Verdammt, schon wieder 21 Uhr“ liegt dieses Thema Versicherung. Kein Wunder, dass es geschoben wird. Aber warum genau?
Ich habe mir diese Frage selbst gestellt. Bei mir – und bei einem Thema, das ich ebenfalls vor mir herschiebe, obwohl ich weiß, dass ich es tun sollte. Und die Erkenntnisse waren erstaunlich universell.
Die 7 Hauptgründe, warum Unternehmer das Thema meiden
- Es brennt nicht laut genug
Kein Alarm, keine Sirene, kein Kunde, der abspringt, kein Projekt, das explodiert.
Und wenn nichts schreit „ES IST DRINGEND!“, passiert meistens … genau nichts. - Man weiß nicht, wo man anfangen soll
Versicherungen sind ein Dschungel aus Bedingungen, Klauseln, Tarifen, Deckungssummen und Ausschlüssen. Schon beim Gedanken daran klappt mental das Laptop zu. - Keine schnellen Erfolgserlebnisse
Ein Instagram-Post, der viral geht: Dopamin.
Ein neuer Kunde: Dopamin.
Ein optimierter Versicherungsschutz: … Stille.
Wichtig, ja. Belohnend, nein. - Es macht einfach keinen Spaß
Niemand sagt: „Heute lese ich mal Versicherungsbedingungen, klingt nach einem geilen Feierabend.“ - Entscheidungen sind unangenehm
Haftpflicht, Inhaltsversicherung, Cyber, D&O, Betriebsunterbrechung… Wer die Wahl hat, fühlt oft die Überforderung. Und Überforderung führt zu Vermeidung. - Keine Konsequenz sichtbar (…noch nicht)
Solange nichts passiert, fühlt sich Nicht-Handeln genauso an wie Handeln. Nur ohne Aufwand. - Die Verantwortung wirkt lähmend
Es geht um Existenzen, Mitarbeitende, Haftungsrisiken, wirtschaftliche Schäden. Zu groß, zu komplex, zu „boah nee“.
Das Paradoxon: Jeder weiß es – trotzdem macht’s keiner
Unternehmer wissen, dass Risikomanagement Teil ihrer Verantwortung ist. Dass Absicherung zur Unternehmensführung gehört.
Und dass Versicherung kein notwendiges Übel ist, sondern ein Schutzschild für alles, was man aufgebaut hat.
Aber Wissen ist leider kein Tun.
Und genau hier braucht es einen Perspektivwechsel.
Wie du das Problem in 5 Schritten löst (ohne Motivation zu brauchen)
- Gib die Verantwortung ab – und lass jemand anderen der Panik-Part übernehmen
Sag deinem Berater: „Trag mich in deinen Kalender ein. Ich komme. Du erinnerst mich. Du rufst vorher an. Du bist mein Brandmelder.“
Plötzlich ist es kein „Ich sollte“ mehr, sondern ein externer Termin. So wie Steuerberater. Und Zahnarzt. Und Tüv. - Wenn du keinen Berater hast, missbrauche einen Mitarbeitenden
Sage z. B.: „Bitte nerv mich einmal pro Woche, bis ich das gemacht habe.“
Ja, ernsthaft. Funktioniert überraschend gut. - Mach den Einstieg so simpel wie möglich
Du musst nicht wissen, wie alles funktioniert. Du musst nur wissen, wen du anrufst.
Der erste Satz reicht: „Ich brauche einen Überblick über unsere Versicherung und unsere Risiken. Bitte helfen.“
Das ist alles. - Baue ein künstliches Erfolgserlebnis ein
Belohnung schafft Handlung.
Buche heute schon ein Restaurant
Trag es in den Kalender ein
Bedingung: Du gehst nur hin, wenn du vorher den ersten Schritt gemacht hast.
Plötzlich ist Versicherung kein Aufwand mehr – sondern der Schlüssel zum Steak. - Such dir jemanden, der den ganzen unangenehmen Part übernimmt
Du musst nicht der Versicherungsexperte werden. Du musst nur eine*n haben.
Wieso sich der Aufwand lohnt – in klaren Business-Vorteilen
| Vorteil | Effekt fürs Unternehmen |
|---|---|
| Risikotransparenz | Weniger Bauchgefühl, mehr Entscheidungen mit Plan |
| Lückenlose Absicherung | Keine existenzgefährdenden Überraschungen |
| Passende Policen | Keine unnötigen Kosten, keine blinden Flecken |
| Externer Sparringspartner | Weniger mental load, mehr Fokus aufs Business |
| Strukturiertes Risikomanagement | Stabilität = Wachstum möglich |
Vermeiden ist menschlich. Vorsorgen ist unternehmerisch.
Niemand erwartet von dir, dass du Versicherungs-AGB liest.
Aber als Unternehmer*in ist es dein Job, dein Unternehmen nicht durch Vermeidung verwundbar zu lassen.
Versicherung ist kein To-do für „Wenn mal Zeit ist“.
Es ist ein strategischer Teil des Risikomanagements.
Und Risikomanagement ist aktive Unternehmensführung.
Fazit
Versicherung ist wichtig, fühlt sich aber selten dringend an. Genau deshalb braucht sie künstliche Dringlichkeit. Der erste Schritt ist nicht, alles selbst lösen zu müssen – sondern Verantwortung abzugeben. Denn die beste Versicherung ist die, die jemand anderes aktiv für dich managt. Such dir jemanden, der für dich denkt, ordnet, prüft und dich in den Kalender zwingt. Genau das machen wir.
