Wetterextreme sind längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Starkregen, Hochwasser, Hagel und Stürme treten häufiger und intensiver auf. Insbesondere Starkregenereignisse nehmen in vielen Regionen Deutschlands zu. Für Landwirte, Handwerksbetriebe und Unternehmen in der Oberpfalz und Oberfranken bedeutet das: Das Risiko für hohe Sachschäden steigt kontinuierlich.
Wer dann keine passende Elementarversicherung abgeschlossen hat, muss die finanziellen Folgen häufig selbst tragen. Ein aktueller Praxisfall aus dem Landkreis Cham zeigt, wie schnell ein Schaden entsteht – und wie wichtig ein passender Versicherungsschutz sein kann.
Praxisfall: Hagelschaden auf Maisfeldern im Landkreis Cham
Ein Landwirt aus dem Landkreis Cham bewirtschaftet rund 15 Hektar Maisanbaufläche. Im Sommer 2025 zieht ein schweres Hagelunwetter über die Region. Innerhalb weniger Minuten werden große Teile der Pflanzen beschädigt.
Die Schadensbilanz:
- Feld 1: rund 12 % der Fläche betroffen
- Feld 2: rund 18 % der Fläche betroffen
- Zerstörte Blätter und Kolben
- Erhebliche Ertragseinbußen auf den beschädigten Flächen
Da der Betrieb über eine entsprechende Hagelversicherung als Bestandteil seiner Elementarabsicherung verfügte, wurde der Schaden unmittelbar gemeldet.
Schnelle Schadensregulierung sichert Liquidität
Bereits zwei Tage nach der Meldung begutachtete ein Sachverständiger die betroffenen Flächen. Nach der Bewertung wurden insgesamt 7,6 Hektar Mais als entschädigungsrelevant eingestuft.
Die Regulierung im Überblick:
- Entschädigungssumme: ca. 2.000 Euro
- Selbstbehalt: 200 Euro
- Auszahlung: 1.800 Euro
Besonders bemerkenswert: Zwischen Schadenmeldung und Auszahlung lagen lediglich fünf Tage.
Gerade in der Landwirtschaft ist eine schnelle Regulierung entscheidend. Laufende Kosten für Maschinen, Saatgut, Pachtflächen und Personal bleiben bestehen – unabhängig davon, ob die Ernte wie geplant eingebracht werden kann.
Was deckt eine Elementarversicherung ab?
Viele Unternehmer verbinden den Begriff Elementarversicherung ausschließlich mit Hochwasser. Tatsächlich umfasst der Schutz deutlich mehr.
Je nach Vertrag können unter anderem folgende Naturgefahren abgesichert werden:
- Überschwemmung
- Starkregen
- Rückstau
- Hochwasser
- Erdrutsch
- Schneedruck
- Lawinen
- Erdbeben
- Hagel
- Sturm
Für landwirtschaftliche Betriebe kommen häufig spezielle Ernte- und Hagelversicherungen hinzu, die auf die besonderen Risiken der Landwirtschaft zugeschnitten sind.
Nicht nur Landwirte sind betroffen
Auch Gewerbebetriebe, Handwerksunternehmen und Industrieunternehmen sind zunehmend von Wetterextremen betroffen.
Ein Starkregenereignis kann beispielsweise:
- Lagerhallen überfluten
- Werkstätten beschädigen
- Maschinen außer Betrieb setzen
- Baumaterial zerstören
- Baustellen wochenlang lahmlegen
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) weist regelmäßig darauf hin, dass Starkregen inzwischen auch Regionen betrifft, die bislang nicht als klassische Hochwassergebiete galten.
Gerade deshalb verlassen sich viele Unternehmen nicht mehr allein auf ihre Gebäudeversicherung, sondern ergänzen den Schutz durch eine leistungsstarke Elementarversicherung.
Schnell-Check: Ist Ihr Standort gefährdet?
Mit diesen fünf Fragen erhalten Sie einen ersten Eindruck Ihres persönlichen Risikos:
1. Liegt Ihr Betrieb in einer Hochwasser- oder Überschwemmungszone?
Bereits kleinere Gewässer können bei Starkregen erhebliche Schäden verursachen.
2. Werden Entwässerungssysteme regelmäßig gewartet?
Verstopfte Kanäle oder Abläufe erhöhen das Risiko von Rückstauschäden erheblich.
3. Befindet sich Ihr Grundstück in einer Senke?
Wasser sammelt sich häufig an den tiefsten Punkten eines Geländes.
4. Gibt es funktionierende Rückhalteflächen in Ihrer Umgebung?
Fehlende Rückhaltebecken können die Auswirkungen von Starkregen deutlich verstärken.
5. Haben Sie bereits eine aktuelle Elementarversicherung?
Viele Unternehmen stellen erst im Schadenfall fest, dass bestimmte Risiken nicht versichert sind.
Wer mehrere Fragen nicht eindeutig mit „Ja“ beantworten kann, sollte seinen Versicherungsschutz prüfen lassen.
Drei praktische Maßnahmen zur Schadensprävention
Versicherungsschutz ersetzt keine Vorsorge. Mit einigen Maßnahmen lassen sich Schäden häufig deutlich reduzieren.
Regenrückhaltung verbessern
Rückhaltebecken, Mulden oder Versickerungsflächen helfen dabei, große Wassermengen kontrolliert abzuleiten.
Gebäude und Grundstück regelmäßig kontrollieren
Entwässerungsrinnen, Schächte und Kanäle sollten regelmäßig gereinigt und gewartet werden.
Mobile Pumpen und Notfallausrüstung bereithalten
Insbesondere für Betriebe mit Kellern, Werkstätten oder Lagerflächen kann eine mobile Pumpe im Ernstfall hohe Schäden verhindern.
Weitere Informationen zu Naturgefahren und Vorsorgemaßnahmen bietet auch das Hochwasserportal der Länder.
Wie schnell zahlt eine Elementarversicherung?
Die Bearbeitungsdauer hängt vom Schadenumfang ab. Grundsätzlich gilt:
- Schaden möglichst innerhalb von 24 bis 48 Stunden melden
- Fotos und Videos anfertigen
- Schäden dokumentieren
- Reparaturen nur nach Rücksprache durchführen
Bei kleineren Schäden erfolgt die Regulierung oft innerhalb weniger Wochen. Bei komplexen Großschäden kann die Bearbeitung entsprechend länger dauern.
Der Praxisfall aus Cham zeigt jedoch, dass eine schnelle und unkomplizierte Regulierung durchaus möglich ist, wenn Schadenmeldung und Dokumentation vollständig vorliegen.
Fazit: Eine Elementarversicherung wird immer wichtiger
Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass Wetterextreme jeden treffen können. Ob Landwirtschaft, Handwerk oder Gewerbe – Starkregen, Hagel und Überschwemmungen verursachen regelmäßig Schäden in fünf- oder sogar sechsstelliger Höhe.
Eine passende Elementarversicherung schützt nicht nur Gebäude und Flächen, sondern sichert vor allem die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit Ihres Betriebs. Der Praxisfall aus Cham verdeutlicht, wie schnell ein Schaden entstehen kann – und wie wertvoll ein funktionierender Versicherungsschutz im Ernstfall ist.
Sie sind sich unsicher, ob Ihre Elementarversicherung bei Starkregen, Hochwasser, Hagel oder Überschwemmung wirklich ausreichend greift? Wir prüfen Ihren bestehenden Versicherungsschutz auf Herz und Nieren, analysieren mögliche Deckungslücken und zeigen Ihnen, wie Sie Gebäude, Maschinen, Lagerbestände und landwirtschaftliche Flächen optimal absichern. So können Sie sicherstellen, dass Wetterextreme nicht zur finanziellen Belastung für Ihren Betrieb werden.
