Versicherungsschutz von der Stange oder individuell auf mich angepasst – Regressverzicht – wenn dein Versicherer nicht zum Gegner wird
Stell dir vor:
Ein Mitarbeiter verursacht einen Schaden. Dein Versicherer zahlt zunächst – aber dann …
…holt er sich das Geld vom Mitarbeiter zurück.
Das nennen Juristen Regress: Der Versicherer fordert nach der Schadenregulierung die Auslagen vom Schadenverursacher zurück – selbst wenn es ein Mitarbeiter ist, der einfach nur einen Fehler gemacht hat.
Und ja: Das ist rechtlich möglich und im Standardfall auch legal. Doch ist es sinnvoll?
Für viele Unternehmen kann das schnell zu Konflikten, Vertrauensverlust und einem schlechten Betriebsklima führen.
Wenn dein Unternehmen nicht zum Tatort der Schuldzuweisung werden soll, brauchst du diese eine wichtige Regel: den Regressverzicht.
Was bedeutet Regressverzicht konkret?
Der Regressverzicht ist eine Vertragsvereinbarung zwischen dir und deinem Versicherer, wonach der Versicherer nach einem regulierten Schaden darauf verzichtet, Ansprüche gegen den Schadenverursacher geltend zu machen – solange kein Vorsatz vorliegt und keine Haftpflichtversicherung des Verursachers einspringt.
Kurz gesagt:
Versicherung zahlt – und greift nicht gegen dein Team an.
Diese Vereinbarung ist nicht 08/15, sondern ein klares Signal für partnerschaftliche Absicherung im Unternehmen.
Sie sorgt dafür, dass deine Versicherung nicht gegen dich oder deine Mitarbeitenden arbeitet, sondern mit dir.
Warum ist das wichtig?
Stell dir vor, ein langjähriger Mitarbeiter verursacht einen teuren Fehler – zum Beispiel beim Transport von Waren, bei der Montage oder im Kundenkontakt.
Er macht keinen Vorsatz, sondern einfach einen Fehler.
Ohne Regressverzicht kann der Versicherer nach der Schadenzahlung Rückgriff nehmen und den Mitarbeiter oder sogar dein Unternehmen zur Kasse bitten.
Das schafft erstens Misstrauen im Team und zweitens rechtliche Auseinandersetzungen, die gerade im Mittelstand und bei engen Arbeitsbeziehungen alles andere als produktiv sind.
Mit dem Regressverzicht passiert genau das Gegenteil:
- Dein Team fühlt sich sicher.
- Fehler werden offen thematisiert statt vertuscht.
- Die Unternehmenskultur bleibt kooperativ.
- Dein Betriebsklima bleibt stabil – auch nach Schadensfällen.
Das ist nicht nur nice-to-have: Es ist ein strategischer Schutz für deine wichtigste Ressource – dein Team.
Wie funktioniert der Regressverzicht in der Praxis?
In einem Versicherungsvertrag kann der Regressverzicht eingebaut sein als:
- Standardklausel in den Versicherungsbedingungen (wenn enthalten),
- Optionale Zusatzvereinbarung,
- oder individuelle Vertragsklausel, die gezielt verhandelt wird.
Wichtig: Der Regressverzicht gilt in der Regel nur, wenn:
✔ kein vorsätzliches Verhalten des Mitarbeiters vorliegt,
✔ keine eigene Haftpflichtversicherung des Mitarbeiters einschlägig ist,
✔ der Fall klar als einfache Fahrlässigkeit einzustufen ist.
Dadurch bleibt die juristische Grenze sauber: Grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzliches Handeln können – und sollen – auch weiterhin Konsequenzen haben.
Gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Nutzen
Ein Regressverzicht ist nicht nur für Mitarbeiter wichtig, sondern auch für Kunden und Partner.
Er zeigt: Du hast Vertrauen in dein Team.
Er schafft Stabilität in Geschäftsprozessen.
Er reduziert interne Konflikte und juristische Auseinandersetzungen.
Vor allem in Unternehmen, wo Mitarbeitende regelmäßig mit Kunden, Maschinen oder teurer Technik arbeiten, ist der Regressverzicht ein echter Baustein im Risikomanagement.
Die Versicherung wird so zum Partner, nicht zum drohenden Gegner im Schadensfall.
Regressverzicht: Mehr als nur ein Vertragsdetail
Viele Unternehmer übersehen, dass ein Versicherungsvertrag nicht „nur abschließt und fertig ist“.
Gerade, wenn es um vertrauensvolle Zusammenarbeit, langfristige Mitarbeiterbindung und eine positive Unternehmenskultur geht, ist es entscheidend, Verträge so zu gestalten, dass sie den Menschen im Unternehmen schützen – nicht belasten.
Der Regressverzicht ist in modernen Versicherungsverträgen ein klares Zeichen dafür, dass du:
✔ Verantwortung übernimmst,
✔ Vertrauen statt Schuldzuweisung förderst,
✔ und dein Unternehmen nach innen und außen stark aufstellst.
Praxisbeispiel (vereinfachte Darstellung)
Ein Lagerarbeiter verursacht durch Unachtsamkeit einen Staplerunfall.
Die Versicherung zahlt den Schaden. Ohne Regressverzicht könnte der Versicherer jetzt prüfen, ob er einen Rückgriff auf den Mitarbeiter versucht – zumindest auf Teile der Kosten.
Mit Regressverzicht verzichtet der Versicherer auf diesen Rückgriff – solange kein Vorsatz vorliegt und keine andere Haftpflicht greift.
Das schont das Team – und den Betriebsfrieden.
Fazit: Versicherung als Partner statt als Gegner
Der Regressverzicht ist kein nettes Extra, sondern ein strategisches Schutzinstrument für dein Unternehmen:
Er schützt deine Mitarbeitenden.
Er stärkt Vertrauen und Loyalität.
Er fördert eine konstruktive Fehlerkultur.
Er verhindert, dass Versicherer nachträglich Ansprüche durchsetzen.
Kurz: Mit Regressverzicht arbeitest du mit deiner Versicherung – nicht gegen dein Team. Wenn du möchtest, prüfen wir gemeinsam deine bestehenden Verträge und zeigen dir, wo Regressverzicht sinnvoll integriert werden sollte – individuell, verständlich und zukunftsorientiert.
